Donnerstag, 16. Februar
2012
(Sächsische Zeitung)
NOSSEN
Nossener spenden für Afrika Der Nossener Verein „Brückenschlag“ startet ein weiteres Projekt. Bürger
geben Geld und stellen auch Nähmaschinen bereit.
Mitte dieses Jahres will der Nossener Hans-Christoph
Scholtyssek wieder nach Afrika reisen. Das neue Projekt des Vereins
„Brückenschlag Sachsen – Tansania“ soll starten. Im Dorf Mhongozi, das über
1200 Kilometer südwestlich von der Hauptstadt Daressalam entfernt liegt, will
der Nossener Verein mehrere neue Schulzimmer errichten. „Zuerst geht es um den
Bau von Toiletten, dann sind zunächst zwei Klassenzimmer vorgesehen“, sagt der
66-jährige Vereinsvorsitzende. Die Verhältnisse in Mhongozi seien erbärmlich:
Es gibt sechs Räume für sieben Klassen mit über 520 Schülern.
An die 2500 Euro hat der Verein schon durch Spenden von Bürgern, Betrieben und
Gemeinschaften aufgebracht. Knapp 4000Euro braucht er aber, um eine
Kofinanzierung des Vorhabens durch die Deutsche Gesellschaft für internationale
Zusammenarbeit (GIZ) zu erhalten. Auf knapp 40000Euro werden die Baukosten für
die acht neuen Klassenräume und die Sanierung der bestehenden sechs geschätzt.
Auch mit Benefizkonzerten will der Verein – über 20 Mitglieder gehören ihm an –
das noch fehlende Geld aufbringen. Dazu wird ein brasilianischer Solotrompeter
im Mai auf mehreren Veranstaltungen in der Region auftreten.
Ein weiterer Container mit Hilfsgütern des Vereins soll voraussichtlich Ende
des Jahres nach Tansania auf die Reise gehen. „Wir haben von den
Elblandkliniken Binden, Spritzen und weitere Materialien erhalten. Diese sind
für das Krankenhaus Litembo in der Region Mbinga bestimmt“, so Scholtyssek.
Auch die „Nähmaschinen-Aktion“ des Vereins sei erfolgreich gewesen. Bürger und
Unternehmen stellten bereits zwölf Tretnähmaschinen zur Verfügung. Weitere
sechs werden erwartet. Die Firma Sachse aus Großschirma hatte sich für das
Projekt engagiert und kostenlos Wartung und Reparatur dieser Nähmaschinen
übernommen.
Mit dem Container werden auch diese Nähmaschinen nach Tansania geschickt. Die
afrikanische Vereinigung „Woda“, die sich um Aids-Kranke und Hinterbliebene
kümmert, will damit Mädchen eine Ausbildung ermöglichen. „Die jungen Leute
sollen später mit den Nähmaschinen Bekleidung herstellen“, bemerkt Scholtyssek.
Im März 2012 will der Verein eine weitere Initiative starten – es sollen
Lehrgänge für Computer und Englisch veranstaltet werden. Dieter Hanke
Gemäss unserer satzungsgegebenen Aufgabe, Bildungsarbeit zu leisten, startet unser Verein eine Bildungsoffensive als Ausbau unseres Fundamentes der Brücke nach Tanzania. Die Sprache als wichtigstes Element der Kommunikation zwischen den Menschen muss erlernt, beziehungsweise gefestigt werden, um vielseitige Kontakte zu ermöglichen. Unsere Bildungsangebote verstehen sich als vereinsinterne Weiterbildung. Aber wir öffnen selbstverständlich unsere Kurse für alle Mitbürger, die ein Interesse an der Weiterbildung haben. Somit leisten wir auch unseren Beitrag zur Bereicherung der regionalen Freizeitkultur und tragen unserer regionalpolitischen Verantwortung Rechnung. Unser Angebot an die Regionen und Städte wie Nossen, Döbeln, Ketzerbachtal, Striegistal, Käbschütztal und Tribischtal Wir bieten Englischkurse sowohl für die „Generation 50 +“ an und werden auch für Sprachinteressierte der jüngeren Generation bei Bedarf Kurse einrichten, damit bei Reisen in englischsprachige Länder auch dort Verständigung möglich wird. Manch einer der „älteren“ Mitbürger möchten auch gern mit dem „Medium Computer“ umgehen können. Aber niemand führt sie in die Technik altersgerecht ein. Das soll sich auch mit unserem Angebot ändern. Für diese Personengruppe werden wir Computereinsteigekurse anbieten, die vom Aufbau des Computers über die Anwenderprogramme bis hin zum Internet und den Kommunikationsprogrammen reichen. Ziel dieses Programm soll sein, mit Hilfe des Computers Kontakte zu den Menschen in Tanzania und anderswo in der Welt aufzubauen und zu pflegen.
Ab sofort werden Anmeldungen für die beiden Kurstypen entgegengenommen: Die Anmeldung kann formlos schriftlich an folgende Anschrift geschickt werden: Vereinsbüro zu Hd. Hans-Christoph Scholtyssek, Radewitzer Str. 5; D-01683 Ketzerbachtal OT Saultitz Per Telefon oder Fax sind Anmeldungen unter 035242 67865 möglich. Per E-Mail an folgende Anschrift: verein-brueckenschlag@t-online.de Die Lehrgänge werden durchgeführt im
Kinder- und Jugendhaus Domizil in Nossen, Waldheimer Strasse. 40 Der Beginn der Kurse ist ab Februar 2012 geplant. Die genauen Anfangstermine werden bei der Anmeldung zu den Kursen bekannt gegeben.
Die Kursgebühren sind für alle Lehrgangstypen gleich. Sie betragen für 30 Doppelstunden im Wochentakt 2012 ohne Lehrmaterial 165,00 EUR. Für Lehrmaterial können ca. 30, 00 EUR anfallen. Es kann zentral beschafft werden. Mitglieder des Vereines „Brückenschlag Sachsen -Tanzania e.V.“ zahlen den geminderten Beitrag von 110,00 EUR. Eine Mitgliedschaft in dem Verein kann sich so bei Interesse für die Projekte in Tanzania für beide Seiten lohnen. Fragen Sie bei Ihrer Anmeldung nach den Eintrittsformalitäten. Bei einkommensschwachen Mitbürgern können auch Teilzahlungen vereinbart werden. Geben Sie sich und uns eine Chance. Gemeinsam machen wir daraus das Beste für Afrikas Kinder und Jugendliche.
Mit freundlichen Grüßen Hans-Christoph Scholtyssek 1. Vorsitzender
Der Nossener Hans-Christoph Scholtyssek bei Schülern der
Volksschule in dem afrikanischen Dorf Mhongozi, im Hintergrund die alte Schule.
Foto: privat
Neue Klassenräume für ein Dorf in Afrika Der Nossener Hans-Christoph Scholtyssek gönnt sich
keine Ruhe: Jetzt wurde er in der Muldestadt zum Friedensrichter gewählt, und
als 1.Vorsitzender des Vereins „Brückenschlag Sachsen – Tansania“ peilt er neue
Ziele an.
hier bei der Jugendfeuerwehr Sachsen 2008 in Reichenbach im Vogtland
Wir freuen uns, daß Sie uns gefunden haben:
„Brückenschlag“
– was für ein Wort!
Es klingt
so irgendwie fremd, wiederum aber auch vertraut und genau das haben die Gründer
des Vereines gesucht und gefunden.
Der
Fremdheit des anderen Kontinentes begegnen – die Vertrautheit der Heimat
hinterfragen und den Bogen schlagen der Trennendes verbindet.
Dem Neid
auf der einen Seite und dem Hochmut der anderen Seite darf keine Chancen
gegeben werden.